Als ich am Hochzeitstag plötzlich ohne Hose dastand

Gestern habe ich ja dezent von Mercedes-Benz geschwärmt und geschrieben, dass ich auch gerne einmal am Steuer eines Mercedes sitzen würde. Das war natürlich Flachs. Mein Angebot erhalte ich dennoch aufrecht. Man kann mir einfach einen grossen Wagen vor die Garage stellen. 

 

Allerdings habe ich mich inzwischen daran erinnert, dass ich doch schon einmal am Steuer eines Mercedes gesessen bin. Und zwar an meinem Hochzeitstag. Mein Trauzeuge hat ein Cabrio organisiert - ein geiler Wagen. Sportlich und schnittig, die Sitze knapp über der Strasse. Das hatte Folgen. 

 

Mein Designer-Anzug war aus dermassen feinem Stoff gemacht, dass die Hose subtio in Fetzen ging, als ich mich ins Auto setze. Deutsch gesagt: Ich hatte am Arsch einen grossen Schranz in der Hose. Und zwar derart gross, dass sogar die Schwiegermutter als geübte Näherin die Nadel ins Korn warf. Was für ein Start kurz vor der Hochzeit. 

 

Statt für romantische Fotos die schönsten Orte aufzusuchen, ging die Reise in den nächstbesten Kleiderladen. Ein neuer Anzug musste er her. Das macht man ja üblicherweise nicht im letzten Moment, im Laden setzten sie aber alle Hebel in Bewegung, damit ich doch noch rechtzeitig vor dem Altar erscheinen konnte. Das heisst, die Hose wurde in Windeseile passend zurecht gestutzt. Während der Wartezeit setzte ich mich ins benachbarte Café - zum Glück hatte ich noch die zerfetzten Kleider an. Denn die Serviertochter schüttete mir auch noch den Kaffee über die Hose... 

 

Mit den neuen Kleidern setzte ich mich dann ganz vorsichtig in den sportlichen Karren. Zum Glück blieb alles heil. Die Details zur Hochzeit lassen wir an dieser Stelle aus. Bloss soviel, weil das Auto ja auch noch etwas genossen sein musste, entfernte ich mich unerlaubt vom Fest. Ich packte Trauzeuge und die zwei besten Kollegen ins Fahrzeug und fuhr mit ihnen hinauf zur Schwägalp, wo wir einen Apero genossen, während der Rest der Hochzeitsgesellschaft Spiele spielte. 

 

Zurück vom Egotrip war Tanzen angesagt. Ich dachte erst, dass das romantische Gründe hatte, in Tat und Wahrheit war es für die Braut aber die Gelegenheit, mir den Schlüssel aus der Hosentasche zu entwenden. Ganz nach dem Motto: Was Gott zusammengeführt hat, soll Mercedes nicht trennen. Und so bin ich seither nie wieder hinter dem Steuer eines Mercedes gesessen. Sodeli, damit genug zu diesem Thema - es sei denn *Zwinkerzwinker".