Jungfrau gucken - auf eigenes Risiko

Zur Zeit haben wir sternenklare Nächte. Bloss mit den Kenntnissen der Sternbilder hapert's ein wenig. Zum Glück gibt es auf dem Handy elektronische Helfer. Diese haben allerdings Nebenwirkungen. Denn bekanntlich werden ja alle Daten gesammelt und ausgewertet. Kennt man zum Beispiel vom Reisen - googelt man für die Ferien nach Unterkunftsmöglichkeiten in Brülisau, dann erhält man nachher auf Facebook bestimmt 14 Tage lang Werbeanzeigen von Hotels in Brülisau. 

 

Das ist bei den Sternen-Apps genau dasselbe. Hält man das Handy zum Beispiel auf den grossen Wagen, dann bekommt man anschliessend Werbeanzeigen von Mercedes-Benz (dieser Beitrag ist übrigens nicht von besagter Firma gesponsert, falls das aber ein Konzernverantwortlicher liest, ich wäre durchaus für Werbung zu haben. Bin da relativ unkompliziert, man kann mir den grossen Wagen einfach vor die Garage stellen.)

 

Die Werbeanzeigen dieser tollen Automarke, mit den sehr tollen Modellen und der supertollen Verarbeitung lasse ich mir gerne gefallen, denn Mercedes-Benz ist wirklich unheimlich toll. Bestimmt sind die Fahrzeuge dieser Marke toll zu fahren, ich hatte leider noch nie das Vergnügen, weil mein Kontostand etwas weniger toll ist. Aber das wird sich ja vielleicht bald ändern, wenn das die tollen Mercedes-Chefs lesen *Zwinker*. 

 

Genug der dezenten Hinweise. Etwas komplizierter ist es, wenn man das Handy auf die Jungfrau richtet. Dann erhält man etwas seltsame Einladungen von leichtbekleideten Damen, die für Clubs mit schönen Namen arbeiten - zum Beispiel den Pascha-Club. Nun, ich habe da noch nie draufgeklickt. Aber der Namen "Pascha" weckt bei mir schöne Erinnerungen. So hiess nämlich unsere erste Katze. Wenn man sie gestreichelt hat, dann schnurrte sie so zufrieden. Ich stelle mir vor, dass es im Pascha-Club ganz viele Katzen gibt - da wird bestimmt viel geschnurrt. 

 

Vorsicht geboten ist bei den grösseren Katzen. Das Handy auf den "Löwen" zu richten, kann richtig kostspielig werden. Das kann ich aus eigener Erfahrung berichten. Als ich das einmal unvorsichtigerweise gemacht hatte, stellte mir anderntags das Konkursamt den ganzen Zirkus Royal in den Garten. Der Dorfmetzg hatte zwar Freude, als ich einige Steaks mehr als üblich einkaufte. Und Netflix wollte sogar eine Dokumentation über mich, den "Lions King", drehen. Schliesslich konnte ich das Konkursamt aber doch überzeugen, dass es sich bloss um einen Irrtum handelte. Und so haben sie den ganzen Krempel wieder abgeholt. Ende gut, alles gut. 

 

Eines hat mich der Vorfall aber gelehrt, beim Blick in die Sterne muss man vorsichtig sein. Bedenkenlos empfehlen kann ich nur einen Stern - jener auf der Kühlerhaube *Zwinker".