Die Beiz ist ein Teil vom Zuhause

Wir wollen nicht klagen. Immerhin sind wir noch gesund. Keine Selbstverständlichkeit. Trotzdem beginnt man so allmählich, das gewohnte Leben zu vermissen. Die Tage beginnen sich zu ähneln. Ständig dieselben Abläufe, ständig dieselben Köpfe, mit denen man zu tun hat. 

 

Fast wehmütig spaziere ich jeweils an den Beizen vorbei. Wie gerne würde ich mal wieder darin einkehren. Mit der Familie oder Freunden Kaffee trinken und plaudern. Das ist etwas Schönes, aber leider zur Zeit nicht möglich. Und seit heute zeichnet sich ab, dass das noch eine Weile der Fall sein wird. Der Bundesrat hat keine Aussage gemacht, wann die Restaurants wieder öffnen dürfen. Entsprechend bitter fallen die Reaktionen aus der Branche aus. Es herrscht Verzweiflung. Die ganze Situation ist kein Spass mehr. Es geht um Existenzen. 

 

Die Beizer können einem leid tun. Man hätte ihnen bessere Aussichten gewünscht. Schliesslich gehören manche fast ein wenig zur Familie. Man geht dort manchmal über Jahre ein und aus, fühlt sich fast schon zu Hause. Doch in dieses zu Hause darf man zur Zeit nicht. Man kann nur an den Schaufenstern vorbei spazieren und auf die leeren Tische und Stühle gucken. 

 

Ob die Beiz je wieder öffnen wird, man weiss es nicht. Der Schrecken nimmt kein Ende. Ich würde mich also freuen, schon bald wieder in dieses "zu Hause" zurückkehren zu dürfen. In der Beiz zu sitzen, ist einfach etwas Schönes, etwas Heimeliges, etwas Herzerwärmendes. Und natürlich würde ich mich auch freuen, mal wieder meine Familie und Freunde zu sehen. Nicht in einer trümligen Zoom-Konferenz, sondern von Angesicht zu Angesicht, mit einem feinen Glas Wein in der Hand. Prost.