Wenn Leute freiwillig auf Granit beissen

Sie sind das Lieblingsgebäck der Zahnärzte: die Willisauer Ringli. Hart wie Granit, sind sie für Menschen eigentlich kaum zu verzehren. Eigentlich ist das nur möglich, wenn man sie vorher 14 Tage in Kaffee einweicht. Auf den Verzehr dieser Willisauer Ringli kann man also getrost verzichten - ausser vielleicht Lokalpatrioten. 

 

Aus lokalpatriotischen Gründen verspeist man ja so einiges. Die Willisauer verzehren ihre Ringli und die Appenzeller ihre Hunde,  den Bless. Schmeckt nicht, gibt's nicht - jedenfalls solange es nach Heimat schmeckt. Während es zum Konsum von Hunden keine verlässlichen Zahlen gibt - der Statistiker wurde vor einem Hof gebissen und befindet sich Spitalbehandlung - ist das bei den Willisauer Ringli etwas anders. Jährlich werden 500 Tonnen davon produziert. Das sind etwa 50 Millionen Willisauer Ringli. Den Löwenanteil stellt die Firma Hug im luzernischen Malters her (patrimoineculinaire.ch). 

 

Eben lief im Radio ein Bericht, dass der Backwarenhersteller unter den Folgen von Corona leidet. Das Exportgeschäft ist um mehr als die Hälfte eingebrochen. Bei den Guetzli ist der Umsatz hingegen angestiegen. Weil viele im Homeoffice arbeiten, wurden mehr Guetzli verkauft. Natürlich nicht nur Willisauer Ringli, sondern auch viele andere Sorten. 

 

Wahrscheinlich führt der Bundesrat bald auch noch eine Maskenpflicht im Homeoffice ein. Damit die Leute vor lauter Guetzli futtern nicht noch fettleibig werden.