Einmal rosaroter Himmel retour

Ja gut, etwas geschmeichelt war ich schon, als ich heute Morgen die Freundschaftsanfrage auf Facebook entdeckte. Eine junge, hübsche Frau. Gebildet. Und auch nicht irgendwo im fernen Ausland, sondern eine von hier. Natürlich war ich auch etwas verwundert, dass mich diese junge, hübsche Frau als Facebook-Freund gewinnen will. Wir kennen uns nicht und sind uns wahrscheinlich auch noch nie begegnet. 

 

Nun, sie wird ihre Gründe haben. Immerhin verfüge ich ja über einige Skills, die für junge Frauen vermutlich beeindruckend sind. Zum Beispiel kenne ich die Namen aller Regierungsrätinnen und -räte auswendig. Das bringt enorme Vorteile. Ich kann mir zum Beispiel gut vorstellen, wie die junge Frau mit Kolleginnen zusammen sitzt. Im Laufe des Abends wird die Finanzpolitik im Kanton Glarus ein Thema. Dann fragen sich diese Kolleginnen natürlich, wie heisst überhaupt der Finanzchef des Kantons? Keine kennt die Antwort. Und drum müssen sie mühsam googeln.

Ich muss das nicht. Denn ich kenne die Antwort: Rolf Widmer - leichtes Spiel.

 

Auch ein Navi brauche ich nicht. Jedenfalls nicht in der Schweiz. Die junge Frau kann sich neben mich ins Cabriolet setzen, den Zielort sagen und ich fahre ohne nachzuschauen an den richtigen Ort. Vielleicht nicht immer auf direktem Weg. Aber das stört ja keinen - denn was gibt es Schöneres für die junge Frau, als Zeit mit mir zu verbringen? 

 

Zudem heule ich nie. Ausser beim Zwiebeln schneiden oder dem Landsgemeindelied. Aber darum wurde ja extra die Ausserrhoder Landsgemeinde abgeschafft. Damit die Männer nicht mehr rumheulen. 

 

Es gibt also ausreichend Gründe, wieso die junge, hübsche Frau ausgerechnet mit mir befreundet sein will. Gerade als ich klicken will, fällt mir aber ein kleines Detail auf. Sie will nämlich gar nicht mit mir befreundet sein. Vielmehr hat es sich um einen Vorschlag gehandelt. So fies. Beinahe also hätte ich dieser jungen Frau eine Anfrage geschickt. Schön peinlich. Was hätte sie wohl von mir gehalten? Bestimmt hätte sie sich gefragt, was der alte Sack von ihr will. 

 

Selbstverständlich will ich nichts von ihr. Höchstens vielleicht ein wenig über Finanzpolitik diskutieren, durch die Gegend kurven und das Landsgemeindelied singen.