Am Unglücksort übernahm Blocher das Kommando

Die Linth Zeitung blickt heute auf ein Zugunglück vor 50 Jahren in Feldmeilen zurück. Am 18. Januar 1971 krachten kurz vor 20 Uhr zwei "Goldküsten-Express"-Züge ineinander. Acht Menschen starben, 17 wurden teils schwer verletzt. 

 

Als einer der ersten Retter traf an diesem Abend Christoph Blocher auf der Unfallstelle ein. "Per Zufall", wie er sagt. Damals wohnt er zusammen mit seiner Familie in der Nähe des Unglücksorts in einem Mehrfamilienhaus. Der 31-jährige Jurist befand sich gerade auf den Nachhauseweg von der Arbeit im Büro der Ems-Chemie. 

 

"Plötzlich hörte ich einen Knall", erzählt er der Linth Zeitung. Er habe sofort gewusst, dass zwei Züge ineinander gekracht waren. Er sei in die Wohnung gerannt und habe die Polizei angerufen. Dann sei er zum Unfallort geeilt. Dort sei er noch vor der Feuerwehr eingetroffen. 

 

Sofort habe er das "Zepter" in die Hand genommen. Als Offizier der Luftschutztruppen habe er gewusst, worauf es bei solchen Rettungs- und Bergungseinsätzen ankomme. "Die vor Schmerz schreienden Menschen, die im Wrack eingeklemmt waren, die Leute, die wir aus dem Zugfenster hieven mussten - das vergisst man nicht so schnell", sagt Christoph Blocher. Er sehe immer noch seinen Mantel vor sich, "voller Blut". 

 

Wie die Linth Zeitung weiter schreibt, war dieses Bahnunglück ein schicksalhafter Tag für Christoph Blocher - eine Art Wendepunkt. "Wenige Tage vor dem Unglück hatte mich der damalige FDP-Ortspräsident um eine Parteimitgliedschaft angefragt. Mit dem Präsidenten habe er sich gut verstanden. "Die Freisinnigen wären infrage gekommen vom Gedankengut her", sagt Blocher. Allerdings hätten ihm die Leute von der SVP, Handwerker und Bauern, damals persönlich am besten gefallen. 

 

Und dann kam der 18. Januar 1971. In einem der Unglückszüge sass auch der FDP-Ortsparteipräsident. Blocher persönlich musste ihn tot aus dem Zug bergen, wie er erzählt. Wenig später trat er der SVP bei.