Lockdown vs. Skiferien

Skiferien sind meine Lieblingsferien. Besonders gefällt es mir jeweils abends, wenn die ganze Familie müde vom Tag auf der Piste versammelt in einem Raum versammelt ist. Die Ferienwohnungen sind selten gross. Viel Platz braucht es auch nicht. Ein paar Betten, ein Tisch und ein Kochherd reichen, um das Festmahl zuzubereiten. Die Menüs reichen von Spaghetti über Curryreis bis zu Fondue. Letzteres kann aber tückisch sein. Ich mag mich blass erinnern, dass sich einmal alle voller Vorfreude vor dem Caquelon versammelt hatten. Bloss hatte ich dummerweise vergessen, das Brot einzukaufen. Also hiess es kurz vor Ladenschluss rein in den Skianzug und dann hurtig über die eisigen Wege in den Volg, Brot einkaufen und im Laufschritt zurück in die Ferienwohnung. Wo die Vorfreude inzwischen dem Spott gewichen war. 

 

Aber auch solche Missgeschicke gehören zu den Skiferien. In diesem Jahr fällt bei uns dieser Spass wohl aus. Mitten im Lockdown reizt es einen irgendwie nicht so. Nur schon, weil die Beizen geschlossen sind. Da macht das Skifahren doch gleich etwas weniger Spass. Acht Stunden lang die Pisten runter zu heizen, ist nicht so meins. Eine Ovi zu trinken an der Wärme gehört doch auch dazu. 

 

Vollends habe ich die Skiferien jedoch noch nicht abgeschrieben. Im Internet checke ich lose, ob es günstige Ferienwohnungen gibt. Anfang Jahr sah es noch ziemlich düster aus. Allmählich gibt es aber immer mehr Angebote. Der Grund dürfte sein, dass man heute viele Wohnungen kurzfristige kostenlos stornieren kann. Mal schauen, was bis am Wochenende noch passiert. Einige Tage weg von zu Hause in der verschneiten Winterlandschaft wären schon schön. Den Käfer auflesen in der Warteschlange oder in der Gondelbahn muss aber auch nicht sein. 

 

Und so bin ich hin- und hergerissen. Sollen wir gehen oder doch lieber nicht? Zu Hause hätten wir ja auch einige Möglichkeiten. Stand jetzt gibt es ja genügend Schnee, damit auch die Skilifte bei uns in der Umgebung offen sind. Das ist auch eine gute Gelegenheit, mal in Urnäsch oder Schwende ein paar Bögen fahren zu gehen. Eigentlich reicht das ja. Bloss kommt man zu Hause schwer aus dem Alltagstrott. Alle gehen ihrem gewohnten Programm nach oder lassen sich am Morgen nur schwer aus den Federn locken. Bis es Frühstück gibt, ist es jeweils schon fast Mittag. Schlaf- statt Sportferien.

 

Zum Glück habe ich noch eine Woche zum Überlegen, ob wir doch fahren sollen oder nicht. Eigentlich verrückt, dass man sich überhaupt solche Überlegungen macht. Eigentlich ist die Aufforderung des Bundesrats ja klar: Bleiben sie zu Hause. Trotzdem lassen wir nur ungern von unseren Gewohnheiten.