Korb kassiert in der Landi

Seit heute ist wieder Lockdown im Lande. Alle Läden ohne Artikel für den täglichen Bedarf sind wieder geschlossen. Heisst: Die Online-Händler reiben sich die Hände. Für die hiesigen Geschäfte heisst es hingegen Flaute. Eilig wurden am Wochenende Rabattschlachten veranstaltet, damit sich keine Ladenhüter im Geschäft stapeln. Prompt strömten die Schnäppchenjäger in Strömen in die Cities. Abstand halten ja, aber nicht am Wühltisch. Der Mensch ist ein Jäger und Sammler. 

 

Ich hingegen war am Wochenende ein Schneeschaufler. So wie viele in der Republik. Ware Schneeberge mussten abgetragen werden. Dabei habe ich es allerdings etwas übertrieben. Meine Schaufel ging nämlich mit einem lauten Knacken in die Brüche. 

 

Jetzt gibt es zwei Varianten. Entweder Ersatz besorgen oder auf den Frühling hoffen. Immerhin für Donnerstag bereits 15 Grad prognostiziert. Unglaublich, am einen Tag ist es bitterkalt und schneit und schneit und schneit. Und ein paar Tage später ist es schon wieder frühlingshaft warm. Wetterboarding. 

 

Die 15 Grad sollen nicht von langer Dauer sein. Anscheinend schneit es dann am Wochenende bereits wieder. Also kommt nur Variante 1 in Frage. Eine neue Schaufel muss her. Aber eben, es ist Lockdown. Die Lust in den Laden zu fahren, hält sich in Grenzen. Aber was muss, das muss.

 

Also raus aus dem Haus und rein in den Wagen. An den Strassenrändern türmen sich immer noch die Schneeberge. Es herrscht Einspurbetrieb. Und dementsprechend gibt es Ausweichmanöver wie sonst auf den Walliser Bergstrassen. Bloss kommen einem hier die Autos nicht so schnell entgegen. Im Wallis muss man immer auf der Hut sein, dass keiner in Überschall in einen rein kracht. Gottvertrauen macht einen anscheinend schneller. 

 

Gottvertrauen auch bei der Landi. Die vunerablen Menschen lassen sich das Einkaufen nicht verderben. Da kann der Bundesrat noch so täubelen. Sollen doch die anderen im Homeoffice hocken. Im Ladeninnern haben die Absperrband-Fetischisten ihre helle Freude. Das halbe Sortiment ist abgesperrt. Mir egal, ich suchte ja nur eine Schaufel. 

 

Dort, wo sie vor ein paar Tagen noch haufenweise gelagert waren, herrschte heute allerdings gähnende Leere. Also wendete ich mich freundlich an die Verkäuferin: "Hoidla, dürft ihr keine Schaufeln mehr verkaufen?" Sie sec: "Doch, aber sie sind ausverkauft!" Okay. Anscheinend waren die Schaufeln am Wochenende ein gefragtes Gut. Haben die Leute etwa keine Schaufel mehr zu Hause? Oder warum besorgt man sich notfallmässig so ein Ding? Oder ging es etwa vielen wie mir und die Schaufel ging beim Einsatz in die Brüche?  

 

Wer weiss, wer weiss... Fakt ist: Schaufeln sind ausverkauft. Das heisst, liebe Frau Holle, bis Ersatz da ist, bitte nicht mehr schneien. Andernfalls wären wir schnell einmal bei uns im Haus eingeschneit. Aber vielleicht  ist das ja genau der Plan der Bundesrat. Lass es schneien, nehmt den Leuten die Schaufeln weg und dann bleiben sie endlich, endlich zu Hause.