Schnee, Schaden, Spott

Kaum schneit es ein wenig, sind schon viele Autofahrer überfordert. Alleine die Kantonspolizei St. Gallen meldet heute ein Dutzend Unfälle. Vier Autos erlitten Totalschaden. Der Schaden beträgt über 100'000 Franken. Ein hübsches Sümmchen. Deshalb hier ein paar Gratistipps. 

 

1. Fahrweise anpassen 

Es mag vielleicht überraschen, aber wenn es schneit, können die Strassen rutschig sein. Es empfiehlt sich dann also nicht, mit Karacho unterwegs zu sein. Auch wenn am Morgen die Strassenarbeiter mit Warnlicht und viel Lärm durchs Dorf gekurvt sind, um die Strassen zu salzen, wie der Koch im Migros-Restaurant die Pommes frites. Runter vom Gas. Das verkürzt den Bremsweg. Das heisst freilich nicht, dass man zwangsläufig Schritttempo fahren muss - wie es zum Beispiel einige Unterländer - also die, die noch weiter unten sind als wir - zu tun pflegen. Denn überdramatisieren muss man ja in der Regel auch nicht. Ängstlichen lege ich Gratistipp 2 ans Herz. 

 

2. Bleiben Sie zu Hause 

Zugegeben, dieser Gratistipp hat gerade Konjunktur. Bundesrat Alain Berset wünscht den Leuten zur Zeit nicht "ä gutes Neus", sondern sagt ihnen unaufhörlich "bleiben Sie zu Hause". Drum: Hören Sie auf den Bundesrat - bleiben Sie einfach zu Hause, machen Sie es sich auf dem Sofa gemütlich. Kein Mensch braucht unsichere Autofahrer auf der Strasse. Schlimmstenfalls sind sie eine Gefahr für die andern Verkehrsteilnehmer. Oder zumindest sind sie ein Ärgernis. Ein ÄRGERNIS!!! Verstanden? 

 

3. Den ÖV nutzen 

Vielleicht ein unpopulärer Gratistipp bei der aktuellen Lage. In diesem mutmasslichen Virenherd unterwegs zu sein, ist nicht gerade ein Genuss. Aber für Leute, die bei diesen Witterungsverhältnissen trotzdem unbedingt aus dem Haus müssen, ist es eine gute Alternative. Heutzutage kommt man mit dem ÖV ja wirklich fast in jeden Krachen. Probe aufs Exempel. Wer zum Beispiel heute um 19.13 Uhr in Herisau den Zug nimmt, ist um kurz nach 23 Uhr im kleinen Tessiner Kaff Maggia. Bedeutet knapp vier Stunden Fahrzeit. Wer für die 260 Kilometer lange Strecke das Auto nimmt, braucht etwas mehr als drei Stunden. Ausser er hat auf den schneebedeckten Strassen zum Beispiel einen unsicheren Thurgauer vor sich, dann dauert es doppelt so lange.

 

4. Trauen Sie niemandem!

Natürlich wollen wir uns nicht dem Vorwurf der Einseitigkeit aussetzen. Deshalb haben wir im Netz gestöbert und andere Sichtweisen gesucht. Es könnte ja sein, dass die Polizeimeldungen gar nicht stimmen. Und tatsächlich gibt es im Netz Hinweise, dass es gar nicht geschneit hat. Jedenfalls gibt es eine Vielzahl von Berichten aus Afrika, Südeuropa und auch Deutschland. Klarer Fall: So viele Leute können sich nicht irren. Es schneit gar nicht. Die Polizeimeldungen sind üble Propaganda. Wer darauf hereinfällt, ist selber schuld. Die Winterpneu zu montieren, ist sowas wie sich impfen lassen. Ist ja klar, dass dahinter bloss wirtschaftliche Interessen stehen. Die stecken doch alle mit dem Michelin Männchen unter einer Decke.  

 

Bildquelle: Kapo SG, wish.com