Der Frühling kommt nicht richtig in Schwung

Der Frühling kommt nicht richtig in Schwung. Heute wieder Wolken und Nass. Trotzdem habe ich mich auf den Drahtesel geschwungen. Schliesslich habe ich schon genug oft, schlechtes Wetter erwischt, wenn ich unterwegs war - zum Beispiel am vergangenen Samstag. Plötzlich peitschte mir Schnee ins Gesicht. Unangenehm. Mit gesenktem Kopf suchte ich den Heimweg. 

 

Legendär auch unser Ausflug auf die Bielerhöhe (2037 Meter ü. Meer. Im Sommergewand gestartet, erwischten wir prekäre Verhältnisse. Es war saukalt. Oben angekommen, musste ich mich im Souvenir-Shop erst mit neuen Kleidern eindecken. Zum Beispiel habe ich dieses hübsche T-Shirt gekauft. 

Für die Abfahrt hätten wir gerne das Postauto genommen. Doch der Chauffeur dachte nicht mal dran, uns mitzunehmen. So viel zur Gastfreundschaft im Vorarlberg. Mein Kollege wickelte meine Arme dann mit WC-Papier ein und dann nahmen wir die Abfahrt in Angriff. Es war herrlich. Mit jedem Meter wurde es etwas wärmer und das Wetter wurde auch immer besser. 

 

Auch auf dem Stilfserjoch erwischten wir schlechtes Wetter. Eigentlich soll das Panorama ja noch ziemlich schön sein. Ich habe nur Nebel und Schnee gesehen. Auch hier gab es einen Zwischenstopp im Souvenir-Shop.

 

Aber eigentlich ist es fast angenehmer, wenn es kalt ist, als wenn es mega warm ist. Am Gotthard hatten wir 40 Grad. Und in Topform war ich auch nicht. Seither weiss ich, wie unglaublich lange ein Kilometer sein kann - vor allem, wenn es bergauf geht. 

 

Heute ging es nur auf die Schwägalp. Zum ersten Mal in diesem Jahr. Immer etwas Spezielles. Allzu lange ist der Anstieg zwar nicht, aber nach dem Rossfall geht es schon chäch aufwärts. Heute ging es erstaunlich flott voran. Und es hatte auch angenehm wenig Verkehr. Dafür transportierte der Helikopter Holz, und auf der Schwägalp wurde scharf geschossen. Hinweis für alle Patrioten: Die Schiesswache summte die Nationalhymne. Vermutlich kein Fussballer. 

Schnee, Regen, Sonnenschein: Velofahren macht Spass. Sohnemann hat noch etwas weniger den Plausch. Er hat ein neues Velo erhalten. Es ist noch etwas gross. Er spricht nur vom riesengrossen Killer-Velo und jammert auf jedem Meter. In einer Woche und etwas mehr Übung sieht er das dann bestimmt etwas anders. 

 

Gerade als wir Kinder waren, bedeutete das Velo für uns Freiheit. Wir brauchten keine Eltern, die uns transportierten - jedenfalls im Dorf nicht - wir konnten das Velo nehmen. Natürlich sind wir auch einige Male auf die Nase gefallen und haben uns Schürfungen geholt. Aber das gehört dazu. Bei der Erinnerung ans Merfen tschudderet es mich immer noch. 

 

So Feierabend. Jetzt scheint die Sonne. In den Gärten duftet es nach Wurst und Steak. Doch noch etwas Frühlingsstimmung heute.