Der Wahlkampf in Herisau nimmt Fahrt auf

In Herisau nimmt der Wahlkampf richtig Fahrt auf. Erfreulicherweise verläuft er um einiges interessanter als kürzlich der Regierungs-Wahlkampf (5 Kandidaten für 5 Sitze). Die Parteien haben diese Woche einem ein dickes Kuvert mit Wahlkampf-Unterlagen zugeschickt. Nicht mitmachen bei diesem gemeinsamen Versand durfte die neue Kraft: die Kandidatinnen und Kandidaten von Gewerbe und Parteiunabhängigen. Fast 90 Leute stellen sich für das Gemeindeparlament zur Verfügung. Auffallend: Es interessieren sich viel mehr Frauen für einen Sitz im Parlament als vor vier Jahren. Konkret sind es 38 Kandidatinnen (+15). 

 

Überraschenderweise gibt es auch ums Gemeindepräsidium eine Kampfwahl. Lange sah es so aus, als kandidiere nur der amtierende Gemeindepräsident, Renzo Andreani (SVP). In letzter Minute meldete sich auch noch der Parteilose Kurt Geser. 

 

Und auch für die Exekutive, den Gemeinderat gibt es mehr Bewerberinnen und Bewerber als Sitze. Der Wähler hat in diesem Jahr also wirklich die Auswahl. Gut so. 

 

Heute Abend gab es eine Gelegenheit, die Kandidatinnen und Kandidaten fürs Gemeindepräsidium sowie für den Gemeinderat kennenzulernen. Denn "de Herisauer" organisierte ein Podium im Casino. Leiter konnte ich den Anlass aus zeitlichen Gründen nicht besuchen. Aber - die Moderne hat Einzug gehalten im Dorf - es gab sogar einen Livestream auf YouTube. Eine tolle Sache. So konnte doch noch etwas von der Veranstaltung mitverfolgen. Kompliment für den Livestream. Er war toll gemacht, mit verschiedenen Kameraeinstellungen. Und auch die junge Moderatorin Helena Städler hat das bei ihrer Premiere gut gemacht. 

 

Ich habe eingeschaltet, als sich die vier neuen Bewerberinnen und Bewerber für den Gemeinderat vorstellten: Marlies Nef und Roger Mantel (beide FDP) sowie Peter Künzle (EVP) und Irene Hagmann (Parteiunabhängig). Die Wiederkandidierenden verzichteten auf einen Auftritt. Sie ergriffen erst auf Nachfrage aus dem Publikum das Wort. Auffallend: Keiner der 4 Gemeinderäte stellte sich dem Namen mit Publikum vor. Offenbar waren lauter Insider im Saal, denen die Namen geläufig sind. Der Publikumsaufmarsch war übrigens scheinbar sehr gut. Jedenfalls wurde das verschiedentlich so angetönt.

 

Als Thema mitbekommen habe ich den Obstmarkt. Und auch die Dreifachturnhalle wurde angesprochen. Gemeindepräsident Renzo Andreani sagte, dass sich etwas tut in dieser Angelegenheit. Nur dürfe er noch nichts sagen. 

 

Gespannt war ich natürlich vor allem auf den Auftritt von Überraschungskandidat Kurt Geser. Er arbeitet bei der Verwaltung und hat beim Obstmarkt eine andere Haltung eingenommen als Gemeindepräsident Renzo Andreani. Geser hält eine Parkgeschoss unter dem Obstmarkt für möglich. 

 

Mehr als einen ersten Eindruck konnte ich aber anhand des kurzen Auftritts nicht gewinnen. Noch bleiben einige Wochen Zeit bis zur Wahl. Diese findet am 17. März statt.