Im Nahkampf mit dem Salsiz

Grüsse aus Chur. Ich arbeite zwei Tage fürs Regionaljournal Graubünden. Cooles Studio. Parterre. Man sieht die Leute vorbei gehen. Und die Skater skaten. Und die Mamis sitzen auf dem Bänkli. Und drinnen stellen die Journalisten die rote Lampe an und aus. Rot bedeutet Aufnahme. Aber das ist wohl überall so und nicht nur in Chur. 

 

Sonst kann ich leider nicht viel über Chur berichten. Die Altstadt scheint schön zu sein. Ich bin aber grippig und liege im Bett. Nichts mit Stadtrundgang. Nichts mit wildem Nachtleben in Chur. Liegen. Niesen. Nase schnäuzen.

 

Ausserdem habe ich mir einen Nahkampf mit einem Salsiz geliefert. Ich habe das Sackmesser zu Hause gelassen. Ein Fehler. Der Salsiz war gut eingeschweisst im Plastik. Zwar wurde ich im Hotel auf ein grösseres Zimmer upgegrädät - heisst: ich habe für gleich viel Stutz ein grösseres Zimmer erhalten. In diesem grösseren Zimmer hat es sogar eine Küche. Aber ohne Werkzeug. Also ohne Messer und Gabel und Löffel und Wallholz und Multifunktionsmixer. Nix nada. Und den Plastik auf der heissen Kochplatte wegschmelzen konnte ich auch nicht. Aus feuerpolizeilichen Gründen ist es verboten, den Kochherd zu nutzen. 

Natürlich habe ich mich sofort an der Rezeption erkundigt, ob es wenigstens aus gesundheitspolizeilicher Sicht erlaubt ist, das Bett zu benützen. 

 

Aber ich will hier ja gar nicht motzen. Das Hotel ist tipptopp. Für eine Nacht braucht Mann ja nicht viel. Ein Nest, ein Nasenspray und eine Familienpackung Taschentücher. Eigentlich hätte mir ein Pack gereicht. Doch dann hätte die Apothekerin den Pack anreissen müssen. Wenn ich richtig verstanden habe, hätte sie hierfür aber erst ein Rezept beim Doktor holen müssen. So hat es mich einfacher gedünkt, gleich den ganzen Pack zu kaufen. 

 

Falls jemand ein Taschentuch braucht, ungeniert melden. Stand jetzt habe ich genügend. 

 

Loben darf ich das Hotel übrigens für die Dekoration. Diese hat mich durchaus ein wenig aaghämelet. 

Ein Alpaufzug von Albert Manser. Schön, und das im Land von Schellen Ursli und Heidi. Natürlich ich habe ich ein Zäuerli gebrummelt. Und die Frau von der Rezeption hat mir "gute Besserung" gewünscht.