Hier brennt bisweilen das "Olympische Feuer"

Heute war kein Skiwetter. Jedenfalls nicht für uns Schönwetterfahrer. Macht einfach mehr Spass, wenn die Sonne scheint. Stattdessen ein wenig spazieren. Im Dorf meiner Frau. Das Wallis ist schön, das Dorf meiner Frau... naja. Gibt schönere Orte. Denn Lalden liegt gleich hinter den grossen Chemiefabriken. 

 

Als ich das erste Mal hier war, habe ich einigermassen gestaunt, wie gross die Lonza ist. Und sie wächst immer weiter. Es sieht fast ein wenig aus wie in Basel. Ein besonderer Blickfang ist jeweils, wenn die Flamme im grossen Kamin brennt. Fast wie das Olympische Feuer. Über die Lonza hört man hier selten ein schlechtes Wort. Zu wichtig ist das Unternehmen für den Kanton. Gemäss NZZ beschäftigt die Lonza 2850 Mitarbeitende im Werk in Visp. Zum Vergleich: Der grösste Arbeitgeber in Appenzell Ausserrhoden ist mit etwas über 1000 Mitarbeitenden der Spitalverbund.

 

Durch den Ausbau für eine Milliarde Franken kommen in Visp dann gut 1000 neue Arbeitsplätze dazu. Soviel Personal zu rekrutieren im Wallis, eine Unmöglichkeit. Es braucht Zuzüger und Pendler. Mit ein Grund, weshalb der Lötschberg-Tunnel ausgebaut werden soll. 

 

Kein schlechtes Wort über die Lonza. Aber dann und wann stinkt es schon gewaltig von der Fabrik her. Da ist die Luft in Herisau schon um einiges besser. Ausser es war mal wieder Bschötti-Tag. Auch zum Spazieren gefällt es mir in Herisau besser. Es gibt überall schöne Wege. Rund ums Dorf ist es grün. Lalden ist eingequetscht zwischen zwei Bergketten. Und im Tal unten muss alles rein. Häuser, Fabriken, Bahnlinien, Rhone und Autostrassen. An der Autobahn wird seit Jahren gebaut. Jeden Tag geht es nur einige Zentimeter weiter. Die Tunnels durch die Berge zu bauen, ist anspruchsvoll. 

 

Gebaut wird auch in Lalden fleissig. Allerdings nicht an der Autobahn. Es werden Häuser gebaut. Auch der alte Dorfkern wird auf Vordermann gebracht. 

Es gibt Gelungenes und weniger Gelungenes. Aber über Geschmack lässt sich bekanntlich immer streiten. Insgesamt dünkt es den Auswärtigen, dass das Dorf aufblüht. 

 

Knapp 700 Leute leben in Lalden. Noch immer ist es eine selbständige Gemeinde. Keine Selbstverständlichkeit. Auch im Wallis gibt es Gemeindefusionen. So wie überall. Ausser in Ausserrhoden. 

 

Tja, dieses Thema könnte man noch vertiefen. Jetzt gibt es aber Nachtessen. Man muss Prioritäten setzen. En Guete.