Bei uns fliesst Blut

Mein jüngster Sohn (7) ist der wohl einer der grössten Fans der Silvesterchläuse. Die Silvesterchlausen-CD (Appenzeller Verlag) läuft bei ihm in der Endlosschleife. 

 

Selbstverständlich waren wir am Alten Silvester auch in Urnäsch. Die Gelegenheit für ihn, alles genau anzuschauen. Zuhause zeichnet er dann das Gesehene detailliert nach. Jetzt kam bei ihm der Wunsch auf, selber Figuren zu schnitzen. 

 

Also haben wir uns ein wenig theoretisches Rüstzeug bei YouTube geholt. Nach Theorie die Praxis. Mit einem besonders scharfen Messer machten wir uns an die Arbeit. Auf ein Holzklötzchen malten wir - natürlich einen Silvesterchlaus. Ich meine, dass mir beim Aufmalen ein Schöner gelungen ist. Sohnemann sagte jedoch, es gebe eher einen Schönwüsten. 

 

Den Anfang mit Schnitzen habe ich gemacht. Ich versuchte so zu schnitzen, wie beim Bräteln im Wald. Da braucht man jeweils einen spitzen Stecken. Jedenfalls der Vater. Die anderen legen ihre Würste auf den Grillrost. Grillrost = neumödiges Zeugs. Hatten wir damals auch nicht bei den Pfadfindern. 

 

Bei den Pfadfindern haben wir auch gelernt, immer vom eigenen Körper weg zu schnitzen. Ich mag mich gut an jene erinnern, die diesen Ratschlag nicht beherzigt haben. Üble Bilder. Blut, viel Blut. Aber: Was uns nicht umbringt, macht uns stärker.

 

Das Schnitzen des Silvesterchlausen-Figürchen ging mit dieser bewährten Pfadfinder-Methode irgendwie nicht so gut. Also doch besser zum Körper hin schnitzen? Man muss doch nur vorsichtig sein. Pustekuchen. Es dauerte etwa 3 Sekunden und ich hatte mich geschnitten. Via Siri bestellte ich die Rega, die mich dann fachmännisch mit einem Pflästerli verarztete. 

 

Derart havariert, war nicht mehr ans Weiterarbeiten zu denken. Sohnemann musste übernehmen. Er stellte sich ziemlich geschickt an.  Und er passte auch gut auf. Doch dann war es Zeit, schlafen zu gehen. Aufräumen. Und da passierte es. Beim Versorgen des Messers ein Schrei. Jetzt hatte sich auch noch Sohnemann geschnitten. 

 

Flugs nähten wir die Wunde aber nach Urnäscher-Methode wieder mit Bratenschnur zusammen. Ohne Vollnarkose, nur mit einem Schluck Appenzeller betäubt. 

 

Zum Glück haben wir jetzt die ersten Versuche beim Schnitzen hinter uns. Jetzt folgt das dann das Malen - mit Wasserfarbe.