Dann wären wir schön am Marsch gewesen

Sometimes ist das Dorfleben doch ziemlich different zum Stadtleben. Das habe ich gerade heute Abend wieder bemerkt. Ich war nämlich mit dem Bus unterwegs. 

 

Schliesslich warnen die Wetterfrösche ja schon seit Tagen vor heftigen Schneefällen. Also blieb das Auto präventiv in der Garage. (Hinweis an Ökoaktivisten: Ich benutze den ÖV auch sonst häufig und gerne). Beim Betreten des Busses fühlte ich mich sogleich ein wenig wie am Schlepplift in den Bergen. Der Chauffeur liess nämlich so laut Marschmusik tschäddere, dass die Rekruten in der Kaserne oben wahrscheinlich fröhlich losmarschiert sind.

 

Schritt, eins, zwei... 

 

Mich hat das überhaupt nicht gestört, sondern eher gefreut. Ich könnte mir vorstellen, dass es andernorts dicke Reglemente gibt, was der Chauffeur für Musik hören darf und in welcher Lautstärke. Dabei stört das ja eigentlich eh keinen. Schliesslich haben  alle die Kopfhörer im Ohr. 

 

Ausser die Gesprächsvoyeure, die giggerig darauf warten, ein paar Wortfetzen aufzuschnappen. 

 

Die Marschmusik hat mich auch nicht gestört, weil ich dann und wann ganz gerne Marschmusik höre. Mir gefällt zum Beispiel der  Zofinger-Marsch oder der General-Guisan-Marsch. So zackig. Man kommandiert dann seine Familie mit ganz anderem Elan.

 

Achtung! Die Haare werden nur noch ganz kurz geschnitten getragen oder  mit Haarnetz. Fragen sie ruhig meine Frau. Ruhn! . 

 

Zu den schönsten Schweizer Märschen gehört auch ein Marsch aus meiner Gemeinde. Bloss habe ich manchmal den Verdacht, dass diesen niemand mehr kennt. Ausser die zwanzig Leute der örtlichen Dorfkapelle.  

 

Drum hier ein wenig Werbung für den Marsch "Gruss aus Herisau". 

In diesem Sinne ein Merci an den Buschauffeur, der nicht nur für die musikalische Unterhaltung gesorgt hat, sondern uns auch sicher nach Hause gebracht hat. 

 

Am Abend ist nämlich die Prognose der Wetterfrösche eingetroffen. Es hat so heftig geschneit, dass ich fast ein wenig befürchtet habe, dass der Bus gar nicht den steilen Stutz hinauf kommt.  

 

Dann wären wir schön am Marsch gewesen...