Fahrt ins schönste Dorf

Heute gab's nur eine kurze Runde mit dem Rennvelo. Dafür ging es in eine Gemeinde, die zurzeit ums Krönchen für das schönste Schweizer Dorf kämpft. Es ist gleichzeitig die höchstgelegene Ausserrhoder Gemeinde. Das bedeutete also: strampeln. Für die Anfahrt wählte ich den Weg über den Dietenberg (915 m). Dadurch bleibt einem einerseits ein etwas längerer Anstieg auf der Schwellbrunnerstrasse erspart, andererseits ist es ein landschaftlich wunderbare Strecke abseits vom Verkehr. 
Blick zurück nach Herisau. Auch die Stadt St.Gallen ist zu erkennen - allerdings nicht aif dem Handyfoto.

Ein erster Höhepunkt erwartet einem auf dem Stuel (831 m). Herisau liegt einem zu Füssen und die Stadt St.Gallen scheint zum Greifen nahe. Mit der Kamera des IPhones lässt sich das leider nicht so gut einfangen. Auf dem Stuel biegt die Strasse Richtung Dietenberg ab. Man fährt dabei knapp am höchsten Punkt von Herisau, der Polishöchi (995 m), vorbei. Viele denken, dass der markante Punkt oberhalb des Dorfkerns, das Lutzenland (911 m), der höchste Punkt ist. Immerhin steht dort oben auch ein Triangulationspunkt der Landesvermessung -  volkstümlich könnte man auch von einerPyramidesprechen. Auf der Polishöchi fehlt eine solche Konstruktion - aber schön ist es alleweil da oben. 

Apropos schön: Während meiner Tour musste ich mit Regen rechnen. Es gab zwar phasenweise Sonnenschein, aber auch dunkle Wolken am Himmel. Der Säntis versteckte sich und war nicht zu erkennen. 
Der Bauernhof auf dem Dietenberg.

Vom Dietenberg geht es nachher mehr oder weniger eben bis zur Mehrzweckhalle Schwellbrunn. Bloss zwei kurze Anstiege sind zu bewältigen. Sie sind aber kein grossen Hindernisse. Umso mehr kann man die wunderschöne Landschaft geniessen. Mal blickt man in den Alpstein, dann ins Fürstenland oder in die Hügellandschaft bei Schwellbrunn. 
Das Fürstenland ist nicht weit.

Bei der Mehrzweckanlage (919 m) steht schliesslich die Hauptherausforderung des Tages an. Der steile Anstieg ins Dorf (967 m) hinauf. Vor allem, wenn die Sonne auf den Asphalt knallt, ist er kein Leckerbissen. Natürlich ist die kurze Strecke machbar. Aber es gibt Schöneres. Denn man scheint kaum vorwärtszukommen. Man fährt erst 200 Meter hoch und biegt dann beim Landmaschinen-Geschäft um den Bogen, um die restlichen 400 Meter in Angriff zu nehmen. Ich bin jedesmal froh, wenn ich oben bin. 

Langweilig und steil: Der Anstieg ins Dorf Schwellbrunn hinauf.

Und dann ist man oben in dieser Traumkulisse. Immerhin befindet sich Schwellbrunn in der Endausmarchung um das schönste Schweizer Dorf. Schön ist es ja schon, wenn man die Häuser aneinander geperlt sieht. Heimelig halt. Trotzdem tritt man nach dem überwundenen Anstieg kräftig in die Pedalen, denn vieler meiner Touren führen hier vorbei. Normalerweise geht es Richtung Dicken oder Tüfenberg. Heute direkt nach Waldstatt (822 m) und dann via Steblen zurück nach Hause. Es scheint nämlich jeden Moment zu regnen. Die Wolken über dem Alpstein sind pechschwarz. 
Die Steblen ist üblicherweise mein perfekter Heimweg. Es gibt viel weniger Verkehr als auf der vielbefahrenen Alpsteinstrasse. Ausserdem muss ich so am Ende keine Anstiege ins Dorf rauf machen, sondern kann von der Egg (858 m) runterfahren. Dieser Tage präsentiert sich die Strasse aber wenig velofreundlich - denn es liegt fast auf der gesamten Strecke Split. Das macht das Fahren auf den dünnen Reifen nicht gerade angenehm. Item. Schliesslich erreichte ich nach der Holperpartie mein Zuhause. Und das erst noch ohne einen Regentropfen abgekriegt zu haben.