Velo: Die Rampe hinauf nach Tufertschwil

Die Rampe: Die Bergstrasse führt steil und fast schnurgerade nach Tufertswil.

Nach einigen Wochen Pause habe ich mich am Samstag, 22. Juli, wieder einmal aufs Rennvelo geschwungen. Von Herisau fuhr ich erst ganz locker zur Flawiler Egg (750 m). Richtung Schachen zu pedalen, istimmerschön. Erstens komme ich immer am Ort vorbei, wo ich aufgewachsen bin. Heute steht dort allerdings eine Fabrik, die Metrohm. Zweitens geniesst man vom Ramsen aus einen schönen Blick ins Fürstenland. Nach dem Bahnhof Schachen und dem "Kontiki" geht es dann hinunter zur Kantonsgrenze (704 m), wo die Strasse zur Flawiler Egg abbiegt. 

Nach einem kurzen Anstieg ist man auch schon oben und kann auf die gegenüberliegende Seite schauen. Man sieht das umgebaute Schulhaus Ramsen sowie die älteste Siedlung von Herisau, den Schwänberg. Ein schöner Weiler. 
Blick von der Flawiler Egg zum Schwänberg.

Von hier geht es über Alterschwil und Wolfertswil weiter zum Kloster Magdenau. Seit 1244 gibt es hier eine Zisterzienserinnenabtei. Das Kloster (756 m) gehört zur Liste der Kulturgüter von nationaler Bedeutung. Ausserhalb der Klostermauern befindet sich das Gasthaus Rössli, das auch über eine schöne Gartenwirtschaft verfügt. 
Das Kloster Magdenau wird heute noch von Ordensschwestern bewohnt.

Ebenfalls aus dem Mittelalter scheint die Strasse zu stammen, die am Kloster vorbei führt. Die ersten Kehren sind voller Schlaglöcher. Nach einigen hundert Metern ist die Strasse aber wieder ausgezeichnet. Das schönste: Es gibt kaum Verkehr. Die Strecke führt sanft zum Buechholz (817 m) hoch. Der Bergpreis ist beim Bauernhof erreicht. Von hier geht es runter nach Nassen (702 m). Das hübsche Dorf mit seinen 300 Einwohnern gehört zur Gemeinde Neckertal. Von hier geht es runter fast an den Flusslauf der Necker. Man könnte sogar die Badehose mitnehmen und sich an einem der Badeplätze abkühlen. Richtung Ganterschwil gibt es linkerhand teilweise sogar einen grosszügigen Radstreifen. 

In Ganterschwil (606 m) zweigt die Strasse nach rechts Richtung Lütisburg (586 m) ab. Kurz vor der Ortsgrenze überquert man noch einmal den Necker, der wenig später in die Thur einmündet. Rechterhand sieht man auch bereits die Rampe, die steil und fast schnurgerade von Lütisburg nach Tufertschwil führt. Aus der Distanz betrachtet wirkt die Strasse, wie wenn ein Strich gezogen worden wäre. Charakteristisch sind auch die Bäume, die die Strecke säumen. Bevor es auf die Rampe geht, muss vom Dorf bis zur Abzweigung (607 m) ein kuzer Anstieg bewältigt werden. 

Die Rampe selber ist gut 900 Meter lang. Man bewältigt einen Höhenunterschied von rund 80 Metern. Für trainierte Velofahrer ist das kein Problem, anstrengend ist es trotzdem - vor allem, wenn es heiss ist. Die Anstrengung lohnt sich aber nicht zuletzt aufgrund des herrlichen Ausblicks ins Untertoggenburg wegen. Im Hintergrund sieht man auch die Churfirsten.
Rampe geschafft - Blick zurück nach Lütisburg.

In Tufertswil (685 m) angekommen, wäre es reizvoll im schmucken "Rössli" einzukehren. Doch es geht ohne Pause weiter. Während der Fahrt zum Winzenberg (800 m) bleibt Zeit, um in Erinnerungen an das legendäre Open-Air Tufertschwil zu schwelgen. Tausende strömten jeweils um die Jahrtausendwende herum in den kleinen Weilern. Auch ich war einmal hier, um die Blaumeisen zu sehen. Sie waren der Publikumsmagnet schlechthin - hatte ich jedenfalls geglaubt. Jetzt lese ich, dass 2004 beispielsweise auch Die Toten Hosen ein Konzert vor 16'000 Zuschauern spielten. Vergangene Zeiten. Inzwischen lebt das Open-Air im SummerDays Festival in Arbon weiter. Die Blaumeisen gehören aber nicht mehr zum Programm. 
Säntis und Churfirsten im Visier. 

Vom Winzenberg führt die Strecke zurück nach Magdenau und schliesslich nach Herisau. Es ist eine herrliche Runde abseits vielbefahrener Strassen.