Einmal den Joker ziehen

Täglich einen Beitrag zu schreiben, ist gar nicht so einfach. Man braucht eine Idee. Man braucht Zeit. Und man braucht auch die Disziplin. Zwei Monate lang habe ich gut durchgehalten. Die zündende Idee gab es zwar nicht immer, trotzdem habe ich mich jeweils noch hingesetzt und ein paar Zeilen geschrieben. Und das obwohl die Lust am Abend nicht immer gleich gross ist. 

 

Klar, es gibt Tage da sprüht man vor Ideen und die Texte gehen einem locker von der Hand. Es gibt aber auch die anderen Tage, an denen alles ein wenig zäh ist. Heute habe ich einen dieser zähen Tage eingezogen. Eine zündende Idee für einen Beitrag habe ich nicht. Und auch verspüre ich wenig Lust, noch lange zu schreiben. Irgendwie ist mir mehr danach, mich aufs Sofa zu setzen und noch ein wenig in die Glotze zu glotzen. Freilich habe ich wenig Hoffnung, dass etwas Schlaues gesendet wird. Jedenfalls nicht solange keine neuen Steel-Buddies-Folgen gedreht sind. Und so werde ich das mit der Glotze wahrscheinlich auch sein lassen. 

 

Um 21 Uhr ins Bett. Das ist auch nicht schlecht. Bloss bringt das in der Regel nicht allzu viel. Irgendwer oder irgendwas weckt einen bestimmt, wenn man gerade so herrlich eingeschlafen ist und sanft ins Land der Träume entgleitet. Mal ist es ein Mitbewohner, der noch etwas loswerden will, mal ein Nachbar, der etwas rum rumoren muss zu später Stunde oder aber das Handy wartet mit einer wichtigen Info auf. 

 

Ja, das Handy habe ich immer eingeschaltet in Griffweite. Schlechte Angewohnheit. Aber man weiss ja nie, wenn man als Reporter in die Hosen muss. Ein permanenter Störfaktor sind die WhatsApp-Gruppen, die sich inflationär verbreitet haben. Für alles gibt es Gruppen: Elternchat, Familienchat, Freundechat, Freundinnenchat... 

 

In diesen Chats kommen einem manchmal auch leichte Zweifel am Textverständnis mancher Leute. Steht zum Beispiel in einer Info geschrieben, Treffpunkt 11 Uhr, Anmeldung nicht nötig, dann hagelt es daraufhin garantiert Nachrichten à la "Bin dabei", diese werden danach Dutzendfach mit Smileys und weiss ich nicht was alles quittiert. Die Folge ist ein unablässiges Surren auf dem Nachttisch. Und das, wo mein drei Jahre altes Handy sowieso zu Überreaktionen neigt. Die Vibration macht ein Höllenlärm. Mein Handy hätte wohl lieber bei Amorana Karriere gemacht. 

 

Und so bringt das frühe ins Bett gehen auch nicht viel. Und überhaupt wollte ich heute eigentlich den Joker ziehen. Jetzt ist ja doch wieder ein Textil zusammengekommen. Dann habe ich jetzt ja noch etwas Zeit fürs Chatten. *Smile* *Bussi* *Tschüsstschüss*

Ausserrhoden bläst zum Babyboom

Heute eine unkommentierte Mitteilung des Kantons Appenzell Ausserrhoden. Die Bevölkerungszahl hat im vergangenen Jahr um 0,2 Prozent abgenommen. Da der Kanton eigentlich Wachstum anstrebt, wird dieses Resultat nicht ohne Folgen bleiben. Die Regierung hat bereits Sofortmassnahmen getroffen. 

 

Der Landammann hat per Dekret den Valentinstag verlängert. Bis mindestens zum Landsgemeindesonntag gilt im Kanton erhöhte Romantik. Zwischen 23.00 und 8.00 Uhr sowie 13.30 und 15.00 Uhr gilt für Liebespaare strikte Bettpflicht. Sämtliche Haushalte werden zudem in den nächsten Tagen eine Kuschelrock-CD zugeschickt erhalten. 

 

Analog der Test- und Impfzentren werden im Kanton Viagra-Zentren eingerichtet. Die Mitglieder der Geschäftsleitung eines lokalen Gesundheitsverbundes haben sich bereits freiwillig als Testpersonen gemeldet. Anfragen aus Südafrika wurden hingegen trotz Drängen aus dem Thurgau bislang ignoriert. Das Anmeldeverfahren läuft diskret via den örtlichen Beichtstuhl. Die Pfarrpersonen unterstehen der Schweigepflicht. Bis Ende April soll die männliche Bevölkerung mit der Erstdosis versorgt sein. 

 

Weiter wurde eine Taskforce - auf gut Deutsch Krisenstab - gebildet. Dieser besteht aus feschen Girls und Boys und kann für Auskünfte von der Bevölkerung jederzeit angerufen werden. Dies für einen Unkosten-Beitrag von 3.13 Franken pro Minute ab Festnetz. Die 0906-Nummern werden ab sofort täglich aktuell auf der Kantonshomepage publiziert.

 

Ausserdem hat sich die Regierung mit einem dringlichen Appell an die St. Galler Amtskollegen gewendet. Alle Massnahmen würden nichts bringen, wenn in diesem Jahr die Olma erneut nicht stattfinden könnte. Die Antwort der St. Galler Regierung steht noch aus. Ob der Appell der Ausserrhoder Regierung fruchtet, wird sich also erst später zeigen. 


Abenteuer im Geisterhaus

Kürzlich habe ich Lost-Place-Fotograf Sacha Rüede für eine Reportage nach Norditalien begleitet. Ich habe dabei ein aussergewöhnliches Hobby sowie nette Leute kennengelernt. Etwas gruselig war es allerdings auch. Mehr lesen